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Tropfen

PHASEN UND DAUER DER BEHANDLUNG

Die von einem Allergologen verschriebenen Tropfen werden morgens zu Hause (am besten vor dem Frühstück) eingenommen. Dabei platziert man den Allergenextrakt unter die Zunge, wo er für zwei Minuten gehalten und dann geschluckt wird.

Aufdosierungs- und Erhaltungsphase

In der ersten Phase, der sogenannten Aufdosierungs- bzw.Steigerungsphase, werden steigende Dosen des Allergenextrakts verabreicht. In den ersten Tagen wird mit einer niedrigen Dosierung begonnen, die dann bis zu einer vom Patienten gut vertragenen Maximaldosis gesteigert wird. 
 
Nun folgt die zweite Phase, die sogenannte Erhaltungsphase. Der Patient erhält dann für einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren bzw. 3 bis 5 aufeinander folgenden Saisons die für ihn verträgliche Maximaldosis gemäß dem Therapieschema.

Aufdosierungsphase

Erhaltungsphase

Saisonale Allergien

11 Tage mit progressiver Dosissteigerung

3 bis 5 aufeinander folgende Saisons

Perenniale Allergien

11 Tage mit progressiver Dosissteigerung

3 bis 5 aufeinander folgende Jahre

INDIKATION UND KONTRAINDIKATION

Indikation

Die Indikationen für die Spezifische Immuntherapie mittels Sublingualtropfen zur Behandlung einer Rhinitis und eines allergischen Asthmas sind wie folgt1,2:

  • allergische Erkrankung mit IgE-abhängigem Sensibilisierungsmechanismus und gut identifiziertem Allergen bzw. gut identifizierten Allergenen
  • ausgeprägte klinische Beschwerden, die über lange Phasen eine Pharmakotherapie erfordern
  • nur partiell wirksame oder mit Nebenwirkungen verbundene Pharmakotherapie
  • schwer durchzuführende oder unwirksame Maßnahmen zur Allergenvermeidung
  • potenziell schwere Rhinitis und/oder Asthma, oder Neigung zur mittel- oder langfristigen Verschlimmerung
  • motivierter und kooperativer Patient
  • Erwachsene und Kinder (> 5 Jahre)
     

Kontraindikation

  • Überempfindlichkeit gegen einen der sonstigen Bestandteile (siehe Liste der sonstigen Bestandteile)
  • Autoimmunkrankheiten, Immunkomplex Erkrankung, Immunschwäche
  • maligne Erkrankungen und Tumore
  • schweres, medikamentös nicht stabil eingestelltes Asthma (Sekundenkapazität selbst nach Pharmakotherapie < 70% des Normwerts)
  • Behandlung mit Betablockern, auch lokal verabreichten (Augentropfen)
  • entzündliche Erkrankungen des Mundes verbunden mit schweren Symptomen wie z. B. orales Lichen planus mit Ulzerationen oder schwere Mykose der Mundschleimhaut

1 Bousquet J et al, Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma (ARIA) 2008 Update (in collaboration with the World Health Organization. GA2Len and Allergen). Allergy 2008 ; 63 (Suppl 86): 8-160.
2 Global strategy for asthma management and prevention (GINA) 2009 Update.