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Diagnose

Sollten Symptome auftreten, die eine Allergie vermuten lassen, ist es sehr wichtig zu einem Allergologen zu gehen. Dieser kann das bzw. die fraglichen Allergene identifizieren und sicherstellen, dass ein kausaler Zusammenhang zu den auftretenden Symptomen besteht.
 
Der Nachweis bzw. die Diagnose einer Allergie kann zur Einleitung einer Spezifischen Immuntherapie (auch Hyposensibilisierung genannt) führen. Die Spezifische Immuntherapie (SIT) ist die derzeit einzige Behandlungsform, die den natürlichen Verlauf einer allergischen Erkrankung verändern kann, da sie das Übel an der Wurzel packt.

 

Die unterschiedlichen Stufen der Allergie-Diagnostik

 

Das Arzt-Patienten-Gespräch

Das Gespräch zwischen Arzt und Patient ist der erste Schritt in der Diagnose. In diesem Gespräch versucht der Allergologe die Existenz einer Allergie festzustellen und erstellt zeitgleich eine Liste mit Allergenen, die für die beobachteten Beschwerden in Frage kommen können.

 

 



Zu den Hauptgesprächsbereichen gehören:

  • Symptom-Historie (Wann traten die Symptome erstmals auf; Was für Symptome waren es; Zu welchen Zeiten traten diese auf und wurden auslösende Faktoren evtl. bereits identifiziert)
     
  • „allergische“ Familien-Historie (Gibt es enge Verwandte, die unter einer Allergie leiden) oder trat beim Patient schon zuvor einmal eine Allergie auf (z. B. in der Kindheit)
      
  • Das allgemeine Umfeld des Patienten (Lebens- und Arbeitsumstände sowie das Klima)
      
  • Angaben zum Lebensstil und Gewohnheiten (Wohnung, Arbeitsplatz, Haustiere und Essgewohnheiten)
       
  • Aktivitäten (Beruf, Hobbies)
     

Es können mehrere Gespräche nötig sein, um alle relevanten Informationen zu sammeln.

 

Körperliche Untersuchung

Neben einer allgemeinen Untersuchung (Gewicht, Blutdruck, etc.), prüft der Allergologe im Detail jene Organe, an denen sich allergische Symptome meist abzeichnen (Haut, Lunge, Nase und Bronchien). Dies ermöglicht dem Allergologen, die Auswirkungen der Allergie zu bewerten und eventuell weitere Tests einzuleiten, die über die allergologische Untersuchung hinaus gehen können (z. B. Lungenfunktionstests bei Asthma).

Hauttest (Prick-Test)

Anhand des Gesprächs mit dem Patienten und der körperlichen Untersuchung, kann der Allergologe die Liste der möglichen allergieauslösenden Allergene für den Prick-Test eingrenzen.
    
Beim Prick-Test wird auf einem kleinen Hautareal versucht, eine „allergische Sofortreaktion“ hervorzurufen. Bei einer Sofortreaktion ist kurz nach dem Kontakt mit dem Allergen eine Reaktion zu erkennen.


   
   Der Prick-Test

  • Es wird ein Tropfen des fraglichen Allergens auf den Unterarm gegeben. Hiernach wird mit Hilfe einer feinen Nadel das Allergen durch einen kleinen Einstich unter die Hautoberfläche gebracht, um eine allergische Reaktion hervorzurufen.
      
  • Nach 20 Minuten können die Resultate betrachtet werden: Eine Überempfindlichkeit kennzeichnet sich durch eine Schwellung und Rötung der Haut, vergleichbar mit einem juckenden Mückenstich.
      
  • Der Schweregrad der allergischen Reaktion wird anhand einer Kontrollsubstanz ermittelt. Diese Kontrollsubstanz ruft bei allen Menschen eine Reaktion hervor, sodass der Allergologe eine „Referenz“ zur Bestimmung des Schweregrads hat.
       

Diese Technik ist schnell, schmerzlos, über die Zeit reproduzierbar und wird gut vertragen, sogar bei sehr jungen Kindern. Es ist die am häufigsten verwendete Methode.

 

Bluttest

Sollte der Prick-Test kein klar interpretierbares Ergebnis liefern oder trotz vorhandener Symptome negativ sein, kann der Allergologe einen Bluttest veranlassen. Durch Bestimmung der spezifischen IgE-Antikörper kann dann das fragliche Allergen identifiziert werden.

 

Nach der Diagnose folgt die Behandlung

Nach der Beurteilung der Ergebnisse, kann der Allergologe folgende Maßnahmen einleiten:

  • Allergenkarenz, also eine Meidung des Allergens, falls möglich.
      
  • Verschreibung von rasch wirkendenden antisymptomatischen Medikamenten (Antihistaminika, bronchienerweiternden Präparate, Kortikosteroide) abhängig vom Schweregrad der Krankheit.
       
  • Behandlung mittels Spezifischer Immuntherapie, bei geeigneter Indikation ab einem Alter von 5 Jahren. 

Wenn die Spezifische Immuntherapie frühzeitig eingeleitet wird, kann sie den natürlichen Verlauf der Allergie positiv beeinflussen1.

1 ARIA Update 2008; Allergy 2008: 63 (Suppl. 86): 8–160

Eine Mutter beschreibt den Fall ihrer 13-jährigen Tochter Florence, die allergisch auf Pollen reagiert:


Florence ist schon seit ihrem vierten Lebensjahr gegen Gräserpollen allergisch. Sie musste nachts husten und ihre Nase war ständig verstopft. So wie die meisten Kinder, liebte sie es herumzurennen, jedoch verursachten körperliche Anstrengungen Beschwerden bei ihr.
   
Schon im ersten Behandlungsjahr verbesserte sich ihr Zustand deutlich. Seitdem kann sie sogar Leistungssport betreiben. Solange sie die Therapie einhält, kann sie ein ganz normales Leben führen.