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Verschlechterung der Krankheit

Der allergische Marsch

Dank epidemiologischer Studien konnte gezeigt werden, dass ein „allergisches Leben“ bereits in frühen Jahren beginnt. Wenn ein Kleinkind atopisch ist, besteht ein erhöhtes Allergierisiko. Nicht nur aufgrund der Familien-Historie sondern auch aufgrund einer Allergenbelastung entwickelt es eine Sensibilisierung gegen Nahrungsmittel. Nahrungsmittelallergien sind bei Kleinkindern sehr häufig und lassen im Laufe der Zeit nach oder verschwinden sogar ganz. Jedoch werden diese Allergien durch Sensibilisierungen gegen inhalative Allergene ersetzt, die Atemwegsallergien wie Asthma und Rhinitis provozieren. Anschließend können sich weitere Sensibilisierungen ausbilden. Man spricht dann von einer Polysensibilisierung.
   
Es wurde belegt, dass die Spezifische Immuntherapie eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang spielt, da sie die Sensibilisierung gegen weitere Allergene verhindert1.

Der allergische Marsch - Allgemeiner Verlauf allergischer Symptome in der Kindheit2:

  • Atopische Dermatitis (oder Ekzeme) bei Säuglingen (ab 3 Monaten)
  • Nahrungsmittelallergien (orales Allergiesyndrom, Verdauungs- und Atemwegssymptome, Anaphylaxien)
  • Allergische Rhinitis bei Kindern
  • Asthma und „keuchende Bronchitis“ im Vorschul- oder frühen Schulalter

 

Von der Rhinitis zum allergischen Asthma

Rhinitis und allergisches Asthma: Eine Krankheit, zwei Symptome
Physiopathologische Studien3, 4, 5 zeigen eine enge Wechselbeziehung zwischen Rhinitis und Asthma. Auch wenn es Unterschiede zwischen den beiden Krankheiten gibt, wird davon ausgegangen, dass obere und untere Atemwege durch die gleichen entzündlichen Prozesse, die durch voneinander abhängige Mechanismen verstärkt werden könnten, beeinträchtigt werden.
   
Die Nasen- und Bronchialschleimhaut zeigen Ähnlichkeiten. Deshalb sollten ihre sich gegenseitig ergänzenden Eigenschaften, insbesondere beim Zusammenspiel zwischen Nase und Lunge, berücksichtigt werden. 

Allergische Rhinitis: Risikofaktor für die Entwicklung eines Asthmas
Allergische Rhinitis muss als Risikofaktor für asthmatische Erkrankungen angesehen werden:

  • Menschen, die unter einer allergischen Rhinitis leiden, haben ein 3,5-mal höheres Asthmarisiko6
       
  • 20 bis 40% aller Patienten mit allergischer Rhinitis leiden zusätzlich unter Asthma7
      
  • Die meisten Asthmatiker leiden zusätzlich unter einer begleitenden Rhinitis

Es konnte gezeigt werden, dass eine spezifische Immuntherapie die Entwicklung eines Asthmas auch Jahre nach Abschluss der Behandlung verhindern kann8.

1 Pajno GB. et al.: Prevention of new sensitizations in asthmatic children monosensitized to house dust mites by specific immunotherapy. Clin Exp Allergy. 2001 Sep;31(9):1392-7.
2 4èmes journées françaises de l’allergie, l’Enfant allergique, Tuesday 23 March 2010
3 Linneberg A. et al.: The link between allergic rhinitis and allergic asthma: a prospective population-based study. The Copenhagen Allergy Study. Allergy 2002; 57: 1048-52. 
4 Bousquet J. et al.: Characteristics of intermittent and persistent allergic rhinitis: DREAMS study group. Clin Exp Allergy 2005; 35: 728-32.
5 Niggemann B.et al.: Five-year follow-up on the PAT study: specific immunotherapy and long-term prevention of asthma in children. Allergy. 2006; 61(7):855-9. 
6 Shaaban R. et al.: Rhinitis and onset of asthma: a longitudinal population-based study. Lancet. 2008; sep 20; 372(9643):1049-57.
7 Layeart B. et al.: Association between asthma and rhinitis according to atopic sensitization in a population-based study. J Allergy Clin Immunol. 2004 Jan; 113(1):86-93.
8 Jacobens L. et al.: Specific immunotherapy has long-term preventive effect of seasonal and perennial asthma: 10-year follow-up on the PAT study. Allergy. 2007 Aug;62(8):943-8.

Wenn die allergische Rhinitis durch ein Asthma erschwert wird: Thomas, 36 Jahre, leidet unter schwerer Rhinokonjunktivitis

Ich fühlte mich viele Jahre immer schlecht, wenn die Pollen flogen. Ich nahm dann Antihistaminika, bis ich endlich zum Allergologen gegangen bin, der eine Gräserpollenallergie diagnostizierte.
 
Jedes Jahr litt ich mindestens drei Monate unter Symptomen wie juckenden Augen und einer ständig laufenden Nase. Vor kurzem bekam ich auch noch Atemprobleme und entschied mich zu einem Allergologen zu gehen. Zu den bestehenden Symptomen kamen dann auch noch Kopfschmerzen hinzu.
 
Ich war um meine Zukunft und mein alltägliches Leben besorgt. Ich schlief sehr schlecht und hatte daher Konzentrationsschwierigkeiten. Ebenso besorgt war ich über den Einfluss, den die Krankheit auf mein Privat- und Berufsleben haben könnte.
 
Die Erkrankung zwang mich eine Reihe von Maßnahmen zu ergreifen und machte mich für mehrere Monate im Jahr müde. Meine größte Sorge war das Risiko ein Asthma zu entwickeln.