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Indikationen und Kontraindikationen

ALLGEMEINE INDIKATIONEN

  • Allergische Erkrankung mit IgE-abhängigem Sensibilisierungsmechanismus und gut identifiziertem Allergen(en). Es muss eine eindeutige Korrelation zwischen den Ergebnissen der Allergietestung und der vorliegenden Symptomatik bestehen

  • Ausgeprägte klinische Beschwerden, die über lange Phasen eine Pharmakotherapie erfordern

  • Pharmakotherapie nur partiell wirksam oder mit Nebenwirkungen verbunden

  • Maßnahmen zur Allergenvermeidung schwer durchzuführen oder unwirksam

  • Potenziell schwere Rhinitis und/oder Asthma, oder mit Neigung zu mittel

  • oder langfristiger Verschlimmerung

  • Motivierter und kooperativer Patient

ALLERGENSPEZIFISCHE INDIKATIONEN

  • Bei intermittierender (saisonaler) pollenbedingter Rhinitis und/oder Asthma muss eine Immuntherapie erwogen werden, wenn sich das klinische Bild seit zwei Saisons hintereinander entwickelt und die Beschwerden des Patienten mit einer Pharmakotherapie nur unzureichend gebessert werden können.
  • Bei persistierender (perennialer) Rhinitis und/oder Asthma (Milben, Katze, Schimmelpilze usw.) ist eine Immuntherapie angezeigt, wenn die allergische Symptomatik seit mindestens sechs Monaten besteht.

ALTERSSPEZIFISCHE INDIKATIONEN

  • Die spezifische Immuntherapie sollte bei Kindern und jungen Erwachsenen als First-Line-Therapie eingeleitet werden, wenn dies nach dem Schweregrad der allergischen Symptome begründet ist.
  • Bei Erwachsenen über 50 Jahren ist eine Immuntherapie in den Fällen noch indiziert, in denen die Sensibilisierung erst vor kurzem erfolgt ist.

ALLGEMEINE KONTRAINDIKATIONEN

  • Schwere Immundefekte 

  • Maligne Erkrankungen 

  • Behandlung mit Betablockern, auch lokal verabreichten (Augentropfen)

  • Schweres, medikamentös nicht stabil eingestelltes Asthma (Sekundenkapazität selbst nach Pharmakotherapie < 70% des Normwerts)

  • Unkooperativer Patient 

  • Schwangerschaft

RELATIVE KONTRAINDIKATIONEN

- Kinder unter 5 Jahren

Bei Insektengiftallergien bestehen wegen des vitalen Risikos keine Kontraindikationen gegen die Einleitung einer Immuntherapie.