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ARIA

WHO Positionspapier 98 (ARIA)

Die ARIA Richtlinien

ARIA (Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma) ist eine nichtstaatliche Organisation, die in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ziel verfolgt, Ärzte über das spezifische Management der allergischen Rhinitis, speziell in Zusammenhang mit der Entwicklung von allergischem Asthma, zu informieren.

2001 publizierte die ARIA-Arbeitsgruppe einen sogenannten „Pocket Guide“, der die wesentlichen Ergebnisse zusammenfasste.

ARIA reklassifiziert die allergische Rhinitis folgendermaßen:




ARIA betont den Wert der aktiven (kausalen) Behandlung der allergischen Rhinitis sowie der Prävention von Asthma, und bietet evidenzbasierte Empfehlungen (basierend auf Ergebnissen aus klinischen Studien).

ARIA redefiniert die allergische Rhinitis sowie deren Einfluss auf die Ausbildung von Asthma, hebt die enge Verbindung zwischen den beiden Pathologien hervor und empfiehlt, dass eine effektive Behandlung notwendigerweise den gesamten Atemraum (die oberen und die unteren Atemwege) ansprechen sollte.

ARIA evaluierte die Anwendungsbereiche der spezifischen Immuntherapie und platziert die SIT innerhalb des therapeutischen Arsenals als die einzige Therapie welche die Entwicklung der allergischen Erkrankung verändern kann.

Eine subkutane spezifische Immuntherapie ist indiziert bei Patienten,

- die mittels Pharmakotherapie unzureichend kontrolliert werden

- deren Symptome nicht durch orale Antihistaminika oder intranasale Pharmakotherapie kontrolliert werden können

- die eine Pharmakotherapie ablehnen

- bei denen eine Pharmakotherapie unerwünschte Nebenwirkungen erzeugt

- die keine dauerhafte Pharmakotherapie wünschen

 

ARIA schließt die sublinguale spezifische Immuntherapie in das therapeutische Arsenal mit ein. Die Indikationen für diese Administrationsroute sind exakt die gleichen wie diejenigen für die subkutane spezifische Immuntherapie, schließen darüber hinaus zusätzlich diejenigen Patienten ein, die Nebenwirkungen aufgrund der Injektionen bei einer subkutanen Immuntherapie aufweisen oder eine spezifische Immuntherapie mit Injektionen grundsätzlich ablehnen.

Im Rahmen der Anerkennung der Wirksamkeit der sublingualen Immuntherapie empfiehlt die ARIA eine Gabe der Allergene in hohen Dosen, die mindestens 50 bis 100 mal höher sind, als die subkutan verabreichte Dosis.

 

Bousquet and the ARIA Workshop Group. Allergic rhinitis and its impact on asthma. ARIA workshop report, In collaboration with WHO. J Allergy Clin Immunol, 2001; 108(5): Supplement: S147-S333.