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Die Cochrane Metaanalyse

Die Cochrane Gruppe, aus internationalen Experten zusammengesetzt, zielt darauf ab, medizinische Daten aus allen therapeutischen Feldern zu sammeln, um Ärzte mit Ihren Auswertungen darin zu unterstützen, die bestmöglichen therapeutischen Entscheidungen zu treffen.

Die weltberühmte Cochrane Bibliothek stellt qualitativ hochwertige validierte Informationen im Sinne der evidenzbasierten Medizin zur Verfügung.

Systematische Analysen, bestimmt für Angehörige der Heilberufe, werden veröffentlicht. Innerhalb der medizinischen Gemeinschaft werden diese systematischen Reviews, sogenannte Metaanalysen, mit dem höchsten Grad der medizinischen Evidenz gewürdigt.

Eine Metaanalyse beinhaltet ausschließlich doppelblind, placebo-kontrollierte Studien; sowohl publizierte als auch nicht publizierte.

Ungeachtet der unterschiedlichen Methodologien und vor dem Hintergrund einer einheitlichen Bewertung werden die untersuchten Kriterien mit einem einzigen Parameter ausgedrückt: der ’Standardised Mean Difference (SMD)’, gemessen als relatives Risiko oder Zufallswahrscheinlichkeit.

 

Standardized Mean Difference
Die Differenz zwischen zwei Mittelwerten - Mittelwert der Placebogruppe und Mittelwert der Verumgruppe - dividiert durch die geschätzte Innergruppen-Standardabweichung.
Der Wert ermöglicht es die unterschiedlichen Messmethoden jeder beteiligten Studie in Betracht zu ziehen, indem für jede Studie sogenannte reduzierte zentrierte Werte ermittelt werden, die dann vergleichbar sind.

Anmerkung:
Negativer SMD: Favorisiert die Verumgruppe
Positiver SMD: Favorisiert die Placebogruppe

 

2003 publizierte die Cochrane Arbeitsgruppe eine wichtige Metaanalyse, die die Wirksamkeit der sublingualen spezifischen Immuntherapie bei allergischer Rhinitis untersucht hat. Diese Metaanalyse wurde geleitet von Dr. WILSON.

Die Untersuchungskriterien waren: der Medikationsscore und die Verbesserung der klinischen Symptome. Die in die Untersuchung eingeschlossenen Studien wurden nach folgenden strikten Kriterien ausgewählt:

Art der klinischen Studien: doppelblind, placebo-kontrollierte Studien

Art der in die Studie eingeschlossenen Patienten: Kinder oder Erwachsene, mit nachgewiesener allergischer Rhinitis und/oder Konjunktivitis, für die das Kausalallergen eindeutig als Auslöser identifiziert (Prick Test oder RAST) wurde. Patienten mit ausschließlich Asthma wurden ausgeschlossen

Art der erhaltenen Therapie: Sublinguale SIT. Das/die verabreichte/n Allergen/e, das Behandlungsprotokoll und die Behandlungsdauer waren keine Ausschlusskriterien

Messmethode der Studienergebnisse: eine Studie musste mindestens eine Messung des angekündigten Kriteriums beinhalten, und wurde in diesem Fall auch nur diesbezüglich für die Bewertung herangezogen:

Primärkriterien: Diese zielten darauf ab den gemessenen Symptomenscore (Patiententagebuch oder Wochenreports, visuelle Messskalen, globale Bewertung), und den Medikationsscore (Bewertung der Evolution der Einnahme symptomatischer Antiallergika) zu unterstützen

Sekundärkriterien: Entwicklung der allergenen Sensitivität (Provokations-Tests am Zielorgan), der IgE und IgG – Werte sowie Evaluation der Nebenwirkungen.

 

Ergebnisse:

22 Studien wurden in die Metaanalyse eingeschlossen:

- Beobachtete Population: 4 Studien ausschließlich mit Kindern, 18 Studien mit Erwachsenen oder mit Erwachsenen und Kindern. Gesamt-Population: 979 Patienten

- Verabreichungsart: 17 Studien mit Sublingual-swallow-Methode, 3 Studien mit Sublingual-spit-Methode und 3 Studien mit Tabletten

- Behandlungsdauer: 8 Studien mit einer Dauer von weniger als 6 Monaten, 10 Studien mit einer Dauer zwischen 6 Monaten und 1 Jahr, 4 Studien mit einer Dauer von mehr als 1 Jahr.

 

Hauptergebnisse: n=979
- Rückgang in den klinischen Symptomen
SMD= - 0,42 (p=0,002)
- Rückgang in den Medikationssymptomen
SMD= - 0,43 (p=0,00003)

 

STALLERGENES, als Pionier der sublingualen Route, hat, dank seiner umfangreichen klinischen Dokumentation, umfassend zu den für diese Metaanalyse ausgewählten Studien beigetragen: 47% der Patienten die für die Bewertung des Symptomenscores, und 57% der Patienten die für die Bewertung des Medikationsscores, herangezogen wurden, stammen aus Studien von Stallergenes.